Allgemeines: Alle drei Tage nimmt sich ein Jugendlicher in der Schweiz das Leben. Rund 9'000 Jugendliche machen pro Jahr einen Selbstmordversuch und überleben ihn. Europaweit begehen pro Jahr 43'000 Menschen Selbstmord. 700'000 Menschen machen einen Selbstmordversuch.

Gründe: "sich in der Familie als letzter Dreck fühlen", Versager in der Schule sein und Liebeskummer.

Selbstmord von Prominenten führt häufig zu Nachahmern. Nach dem Tod von Marilyn Monroe stieg die Selbstmordrate in den folgenden Monaten um 12 Prozent.

Ernst nehmen: 8 von 10 Menschen die sich getötet haben, kündigten ihren Selbstmord an. 85% die einen misslungenen Selbstmordversuch hinter sich hatten, versuchten es später wieder. Davon verlief bei 10% der Versuch tödlich.

Ob ein Teenager selbstmordgefährdet ist, muss nach Daniel Perkins (Uni of Florida) nach seiner Untersuchung sehr viel stärker berücksichtigt werden, wie sein Schul- bzw. Klassenklima ist.

Bei Jungen zeigte sich, dass das Klima Schulgemeinschaft sehr viel stärker mit dessen Selbstmordgedanken korreliert. Bei Mädchen standen Selbstmordversuche in Zusammenhang mit einem schlechten Schulklima.

Suizidverhalten bei Kindern

Bis 5 Jahre: Tod ist für Kinder ein reversibler Vorgang. Für das Kind ist der Mensch fortgegangen und kommt irgendwann wieder.

Ein bestimmtes Gen kann bei Menschen die Neigung zum Selbstmord fördern. Das berichtet Joachim Kuznik von der Universität München. Dreimal häufiger entdeckte der Forscher das Gen bei Selbstmördern als bei einer Gruppe von Vergleichspersonen.

Fragestellung: In dieser Studie wurde der Frage nachgegangen, inwieweit ein Zusammenhang zwischen thrombozytärem Serotoningehalt und depressivem bzw. suizidalem Verhalten bei Kindern und Jugendlichen besteht.

Bisher wurde angenommen, dass rund 15 bis 20 Prozent aller schwer depressiven Kranken sich irgendwann das Leben nehmen. In Wahrheit sind es 2,0 bis 8,6 Prozent.

a) Soziologisch orientierte deduktive Vorgehensweise: Gesellschaftliche, überindividuelle Faktoren sind verantwortlich, etwa Alter, Geschlecht, Beruf. Sieht die Gesamtheit alles Suizide in einer Gesellschaft, weniger das Individuum.
b) Psychoanalytisch orientierte induktive Vorgehensweise: Macht psychische, individuelle Faktoren verantwortlich, etwa psychische Entwicklung, Persönlichkeit, Krisen.
Es gilt: Suizid ist ein multifaktorales Geschehen. Das Zusammenspiel beider Theorien a) und b) sind wichtig. Es müssen immer die Innen- u. Aussenfaktoren mitberücksichtigt werden.

  • Sie würden nicht ernst genommen und nur ausgelacht wenn sie eine Meinung hätten.
  • Immer nur gemeines reden. "Was meint denn der wieder? Achtung s'Arschloch will etwas sagen." usw.

1.Frage: Werden Sie häufig mit solchen Schicksalen konfrontiert?

Wir werden, statistisch gesehen, täglich –bis zu 5 mal– mit solchen Anrufen konfrontiert. Das ist oft von den Tagesaktualitäten abhängig. So hatten wir zum Beispiel das Thema Tod während des Golfkriegs und nach dem Atomunfall in Tschernobyl bis zu 30 mal pro Tag.

Wir haben auch von Kindern erfahren müssen, dass es Eltern gibt, die solche Ereignissen nutzen um sie zu besserer Leistung und zu kritikloserem Gehorsam zu zwingen. So drohten Eltern ihren Kindern mit der Abschiebung nach Kuwait wenn sie sich für die Schule nicht mehr einsetzen. Oder sie müssten verstrahltes Gemüse essen wenn sie nicht gehorchen. Acht Todesfälle in der Familie werden für „erzieherische“ Zwecke benutzt. So gibt es immer wieder Kinder die klagten, sie müssten im Sterbebett ihrer Grossmutter schlafen wenn sie nicht endlich in der Schule besser werden oder mehr gehorchen.

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