Frage: Liebes Sorgentelefon! Hier meldet sich kein Kind sondern ein Erwachsener. Es geht um ein Nachbarmädchen, das mir Hilferufe zugeschickt hat. Sie werde zuhause geschlagen. Wie soll ich mich verhalten?


Antwort:
Besprechen Sie das zu aller erst mit Ihrem Mann und/oder mit Ihrer Familie. Das ist sehr wichtig. Denn unsere Erfahrung zeigt, dass Misshandlungsmeldungen den Meldefamilien im Nachhinein grosse Probleme machen können. Die meisten Probleme entstehen dann, wenn sich die Behörde einschaltet und die betroffene Familie mit den Vorwürfen konfrontiert wird. Wir kennen etliche Familien die nachher wegzügeln mussten, weil sie anschliessend bis aufs Blut schikaniert wurden. Darum das Gespräch.

Jetzt haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder suchen Sie das Gespräch mit dem Kind und versuchen sich über das Leiden des Kindes einen Überblick zu verschaffen. Die andere Möglichkeit ist, dass Sie den "Fall" direkt der Kesb melden. Wenn Sie sich für die erste Möglichkeit entscheiden ist es von Vorteil, wenn Sie das Kind an sich schon besser kennen und Sie das Gefühl haben das Kind möchte mit Ihnen reden. Wenn das Kind einverstanden ist, machen Sie bei diesem Gespräch Notizen.

Je nach Schwere können Sie das Kind direkt in ein Spital bringen und es untersuchen lassen. Der Spitaldienst übernimmt das weitere Vorgehen.

● Sorgentelefon für Kinder ● 0800 55 42 10 ● www.sorgentelefon.ch ●