|
Das Sorgentelefon für Kinder hat viele Anfragen von Mädchen unter 14 Jahren, zum Teil aber auch Knaben, die berichten sie seinen schwanger. Während der Beratung stellt sich dann heraus, dass die wenigsten schwanger sind. Was geht in solchen Kindern vor?
Der Wunsch nach Schwangerschaft während der Kinderzeit hat ganz verschiedene Ursachen. Meist organisiert das Kind damit soziale Interaktionen. Es möcht damit auf soziale Unstimmigkeiten hinweisen. Ein Kind das zum Beispiel um Anerkennung in der Familie kämpft, träumt von Schwangerschaft, weil es hört, wie seine Mutter freudig erzählt, dass jemand aus ihrer Verwandtschaft oder Bekanntschaft schwanger ist. Das heisst ein Kind erwartet. Wer also ein Kind erwartet, so denkt sich das Kind, ist gerne gesehen. Macht der Mutter Freude. Vernimmt jedoch seine Mutter, dass eine Schülerin schon schwanger ist, reagiert die gleiche Mutter ablehnend. Jetzt ist die Aussicht auf ein Kind, negativ. "Wer schaut dann dem Kind wenn seine Mutter selbst noch ein Kind ist". Dieser Widerspruch besprechen die "schwangeren" Kinder mit dem Sorgentelefon. So hören wir immer wieder die Aussage: "Meine Mutter bringt mich um, wenn sie von der Schwangerschaft erfährt...". Bei den meisten Kinder die deswegen anrufen ist die mögliche Schwangerschaft negativ besetzt. Das auch bei den Knaben. So gibt es immer wieder Knaben die selten älter als 11 Jahre sind, sie hätten mit einem Mädchen geschlafen. Nun sei es schwanger. Ob sie sich nun erhängen oder umbringen oder erschiessen oder erstechen sollen. Gewiss gehört das ins Reich der Phantasie des Kindes. Doch diese Phantasie zeigt wessen "kriminelle Energie" im Kind schlummert.
Wer einmal Gelegenheit hat in kriminalistischen Berichten Tatbeschreibungen von Vergewaltigungen zu lesen, wird erstaunt sein wie Täter ihre Opfer genau nach solchen kindlichen Mustern quälen. Das zeigt, dass die Täter während ihrer Tat vorpubertär und im eigentlichen Sinn Kinder sind. Diese Feststellung soll nicht als Seitenhieb gegen die Kindheit an sich verstanden werden, sonder aufzeigen was passiert, wenn Kinder nicht frei und ungestört zu Erwachsenen heranreifen können und irgendwo in einer Reifungsphase einen Stillstand verkraften müssen. Ein Kind in seiner Kindheit massiv behindert bedeutet, dass seine Bereitschaft zur Kriminalität im Erwachsenen Leben gefördert wird.
Der Wunsch nach Schwangerschaft hegen auch viele Kinder, weil es ihnen Langweilig ist oder sie sich unnütz fühlen. Sie wünschen sich einen Lebenspartner den sie hegen und pflegen dürfen. Dieser Wunsch "überlebt" in nicht wenigen Fällen die "Pubertät". Das zeigt sich dann im Wunsch junger Frauen, ein Kind ohne Vater aufzuziehen zu können.
Dann gibt es wieder Kinder, die träumen von Schwangerschafts-Inzest, weil sie sich ein Kind vom Vater wünschen. Unter diesen Kindern sind auch auffallen viele Knaben vertreten. Die Beratungsgespräche zeigen dann, das der Wunsch nach Schwangerschafts-Inzest, aus Mutterhass oder Vaterangst oder aus der ewigem Geschwisterstreiterei entsteht. Das Phänomen Kinderschwangerschaften in Wusch und Realität sollte einmal erforscht werden!
|