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Der Amoklauf

EinsatzkommandoDefinition: Mania transitoria (Tobsuchtsanfall) Das Wort Amok stammt aus der malaiischen Sprache und bedeutet Wut oder wütend.

Ursache: Die Ursachen für Amokläufe sind bis heute nicht endgültig geklärt. Unter Fachleuten wird diskutiert, dass es eine besondere Form der Epilepsie sein könnte, ein erweiterter Selbstmord oder eine besonders schwere Form der Persönlichkeitsstörung. Die schwerste Form ist der gezielte Serienmord des Amokläufers.

Wie bildet sich ein Amoklauf?

Ein Beispiel: Ein sechsjähriges Mädchen wird immer von seinen Eltern mit verachtenden Blicken und Anschreien bestraft, weil es ständig mit seinem jüngeren Bruder streitet. Als es wieder von seinen Eltern mit Anschreien und bösen Blicken bestraft wurde weil es den Lieblingsplüschbär seines vierjährigen Bruders aufgeschnitten hatte, rannte es voller Wut in die Küche, knallte die Tür zu und schloss sich ein.

Anschliessend kletterte es auf die Küchenkombination und begann wie wild Küchenschränke und Küchenschubladen zu leeren. Es warf alles auf den Boden. Nach zwei Minuten sah die Küche aus wie nach einer Explosion. Zerbrochene Gläser, Geschirr und Besteck inmitten von aufgerissenen Zucker- und Mehltüten. Dann kroch es in einen zuvor geleerten Küchenschrank und wartete angstvoll. Die Eltern mussten die Küchentür aufbrechen und das völlig verstörte Kind ins Bett tragen.

Analyse: Dieser Fall des sechsjährigen Mädchens zeigt einen Amoklauf. Weiter zeigen sich schon alle Entwicklungsstufen, die ein ausgewachsener Amoklauf hat. Was war dem Amok des Kindes vorausgegangen? Eifersucht und Streit mit seinem Bruder. Eltern, die den Streit schlichten indem sie das Mädchen ermahnen und strafen. Das Mädchen aber steigert sich immer mehr in Wut und Verzweiflung. Weil es ewig seinem Bruder unterliegt und der das vollständig auskostet.

Dieser Geschwisterstreit und das anschliessende Bestrafungsritual der Eltern ist ein klassisches Geschwistermobbing. Jetzt hat das Mädchen seine Eltern und den Bruder gegen sich. Das Mädchen aber will nicht aufgeben. Es will für die verlorene Elternliebe, die es einmal ganz für sich hatte (bevor das kleine Brüderchen da war), kämpfen. Es sucht sich nun einen Weg wie es seine Eltern bestrafen kann. Das Mädchen sinnt nicht nach Rache, denn dann wäre es nach der Rachetat "glücklich" und befriedigt. Es ist aber nach dem Amoklauf halbtot und erschöpft. So wie seine Eltern, die sich nach der Bestrafung ihres Kindes schlecht fühlen. Sie sind Pflichttäter. So ist auch der Amokläufer ein Pflichttäter, der sich im Extremfall selbst bestrafend tötet. Damit sich ein Amoklauf ausbilden kann, braucht es zuerst:

  • Geschwisterstreit
  • Rache
  • Geschwistermobbing
  • verlorene Elternliebe
  • Eifersucht
  • Ungerechte Strafen
  • Liebesentzug

Weiter braucht es einen  hohen Grad an Viktimisierung.

Viktimisierung: (Viktimologie = Beziehungslehre, die aufzeigt, was zwischen Täter und Opfer abläuft!) Weiter ist für die Ausbildung eines Amoklaufs ein hohe "viktimologische Prädisponierung (VP)" notwendig. Das sind:

  • geringe psychische Belastbarkeit
  • niedrigeFrustrationstoleranz
  • niedrige Stress-Resistenz
  • geringe Beherrschung
  • geringes Durchstehvermögen
  • Ungeduld
  • Süchte
  • illusionäres Wunschdenken
  • geringe Suggestibilität (Beeinflussbarkeit)
  • Selbstgefälligkeit
  • Übermut
  • Ziel- und Sorglosigkeit
  • Servilitätsmerkmale (unterwürfiges Verhalten)
  • Lust, negative Reaktionen zu provozieren
  • mangelnde Ausbildung
  • niedriger Informationsstand
  • geringer materieller Reichtum

Auf gut Deutsch heisst das: Der Betroffene muss sich durch die ewigen Streitereien in Allem als völliger Verlierer und Versager fühlen.

Der Amoklauf: In der Küche schliesst sich das Mädchen erst ein. Damit hindert es die Eltern daran, es am Amoklauf zu hindern. Das Mädchen will den Amoklauf. Das ist typisch für den Amoklauf. Jeder Amoklauf muss mit Gewalt gestoppt werden, denn der Amokläufer will den Amoklauf, weil er für den Betroffenen "überlebensnotwendig" ist und geplant abläuft. Das Mädchen reisst nun alles in Serie heraus und schmeisst es zu Boden. Innert zwei Minuten hat das sechsjährige Mädchen ganze Arbeit geleistet. Es war eine geplante und effiziente Erledigung. Das ist typisch für den Amok. Die sinnlose, aber effizient geplante Zerstörung.

Die Küche: Die Küche ist das Zentrum der Familie. Alles ist fein säuberlich aufgeräumt. Hier wird gegessen und genossen. Die Zerstörung dieser Ordnung bringt die Familie gehörig durcheinander. Das ist typisch für den Amok. Das Zerstören von geliebten und gepflegten Dingen. Hier liegt die Strafe des Amokläufers. Das ist der eigentliche Sinn des Amok. Dafür riskiert er Kopf und Kragen.

Die Strafe: Der Amokläufer will bestrafen. Je entwickelter ein Amok ausbricht, umso fürchterlicher wird diese Bestrafung. Wenn zum Beispiel ein Schüler in der Schule Menschen erschiesst, so sind das immer geplante Taten. Durch das Töten des verhassten Lehrers (der Amokläufer bestraft ihn mit der Todesstrafe) will er auch alle anderen Menschen (Verwandte und Bekannte) damit bestrafen, die ihn mochten. Sie sollen seelisch so leiden wie er gelitten hat. Das gilt auch für die Schüler, die der Amokläufer mit der Todesstrafe bestraft. Dessen Eltern, Freunde und Bekannte sollen leiden.

Selbstmörder? Der Amokläufer ist kein erweiterter Selbstmörder. Er benutzt den Selbstmord, um sein Ziel zu erreichen. Der Amokläufer lebt in einer Familie, die in einem Viktimisierungszustand verharrt. Daher provoziert das Opfer ständig durch unabsichtliche Verhaltensfehler. Das heisst, das Kind ist immer der Sündenbock der Familie und an allem schuld.

 
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